Das war ganz großes Kino, oder besser gesagt Musiktheater, was die Schülerinnen und Schüler des SMG an zwei Abenden auf die Beine gestellt haben. Nicht weniger als 102 Mitwirkende überzeugten in der toll hergerichteten Sporthalle: Orchester, Big Band, Chöre, Solisten, TänzerInnen sowie Licht- und TontechnikerInnen sowie viele helfende Hände hinter der Bühne! Sie alle sorgten für eine grandiose, vom Publikum mit stehenden Ovationen bedachte Aufführung des Musicals „Schach 2.0“ von Andreas Schmittberger. Man kann nur erahnen, wieviel Zeit und Mühe bei der Herstellung der Kostüme und des Bühnenbildes, das durch gezielte Handgriffe im Nu wechselte, erforderlich war.
Jugendliche auf der Suche nach dem eigenen Weg. Alles scheint in bester Ordnung, doch es ist was „faul im Staate Dänemark“, um mit Shakespeare zu sprechen. Erst revoltieren die Bauern, und jetzt stehen auch noch die Schwarzen an der Grenze. Revolution und Krieg! Keine leichte Zeit für die weiße Königin und ihren völlig überforderten Gatten. Doch sie hat eine Idee: Wozu hat man eine Tochter, wenn nicht, um sie politisch geschickt zu verheiraten? Nach Motiven aus Georg Büchners Bühnenstück „Leonce und Lena“ entwickelt sich eine Geschichte, in der es um Schwarz und Weiß, Krieg und Frieden geht. Dabei geraten zwei junge Menschen ins Visier der Mächtigen. Aber Luna und Zero sind nicht gewillt, ihr Schicksal den Plänen der Altvorderen unterzuordnen.
Fiel wohl jedem im Publikum der beängstigende Bezug zu unserer heutigen Zeit auf: Krieg in Europa, digitaler Überwachungsstaat, Polarisierung innerhalb der Gesellschaft, eine überbordende Konsumhaltung, … Da konnte sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Beeindruckend vor allem die Qualität und stilistische Bandbreite der musikalischen Beiträge. Die GesangssolistInnen überzeugten mit tollen Stimmen und schauspielerischen Leistungen, die vielleicht einen weiteren Karriereweg ahnen lassen.
Es gab mehrere Zugaben; der Dank ging an alle Beteiligten: Die Mitwirkenden bekamen schwarz-weißes Konfekt, die in schwarz gekleideten Lehrenden weiße Tulpen. Am Schluss gingen alle beseelt nach Hause, sicherlich mit einer Spur Nachdenklichkeit